Bildung betrifft jeden einzelnen von uns – von früher Kindheit an bis ins hohe Alter.
Gerade ein Land, das nicht über Rohstoffe verfügt, sondern für das kluge Köpfe das wichtigste Potenzial sind, muss Bildung in allen Lebensphasen ins Zentrum seiner Politik stellen: von Kita über Schule, berufliche Bildung, Hochschule, Weiterbildung und außerschulische Angebote. Das gilt umso mehr, da die Möglichkeiten der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz (mit all ihren Risiken) einerseits und die Angriffe auf die Demokratie und eine freie, selbstbestimmte Gesellschaft andererseits steigen. Beides sind Herausforderungen, denen wir durch Lernen und Lehren als lebenslange Aufgabe und Chance begegnen müssen und können.
Ich selbst habe nach dem Abitur erst eine Lehre als Einzelhandelskauffrau gemacht, bevor ich studiert habe. Ich war damals die einzige an meiner Schule, die so einen Weg gegangen ist – nicht jede und jeder hat das verstanden. Aber für mich war das absolut richtig, wie sich im Nachhinein gezeigt hat, und ich bin heute froh, dass ich die Kraft gehabt hat, anders zu entscheiden als andere.
Das zeigt mir:
Wir müssen Bildung vom einzelnen Menschen aus denken und zugleich in unseren Schulen und Hochschulen das Verbindende zwischen Menschen stärken.
Lernen ist ein individueller Vorgang und wird von vielen Faktoren bestimmt. Jede und jeder lernt anders. Individuelle Bildungswege und Chancengerechtigkeit müssen unabhängig von der Herkunft für jeden Menschen möglich sein. Wir brauchen ein Bildungssystem, das ermöglicht, ermutigt und fördert und dabei selbst beweglich ist. Und zugleich ist es wichtig, Bildungsräume als Räume der Gemeinschaft, des Verstehens, des miteinander Lernens, des Respekts zu begreifen.
Kaum ein anderes Feld in der Landespolitik ist so umfassend und betrifft so viele Menschen. Diese Vielfalt und Veränderungsnotwendigkeit muss sich in den Angeboten und ihrer Qualität widerspiegeln.
Die grün geführte Landesregierung setzt dabei konsequent auf den Anfang und nimmt die Kitas und Grundschulen besonders in den Blick mit erfolgreichen Programmen wie Sprachfit. Lesen, Schreiben und Rechnen sind grundlegende Fähigkeiten, die jedes Kind – egal woher es kommt und wohin es will – beherrschen muss. Daher haben wir in diese Bereiche konsequent investiert. Darüber hinaus setzen wir uns für ein gebührenfreies verpflichtendes letztes Kita-Jahr ein. Der weitere Ausbau und Einführung von multiprofessionellen Teams an den Schulen und Kitas ist ebenfalls ein wichtiger Schritt. Im schulischen Bereich hat sich beispielsweise die Einführung der Gemeinschaftsschule mit ihrem individuellen Förderansatz als neues Modell und die Verankerung der Ganztagesgrundschule bewährt. Den Wunsch von Bürgerinnen und Bürgern, das neunjährige Gymnasium wieder einzuführen, nehmen wir ernst und setzen wir um. Es gibt Jugendlichen mehr Raum für die individuelle Entwicklung.
Dabei ist die digitale Transformation eine der größten Aufgaben.
Wir alle erleben es in unserem Alltag: Medienbildung und Kenntnisse in Informatik werden immer wichtiger und müssen als Querschnittsthema verstanden werden. Seit dem Schuljahr 2025/2026 gibt es an allen Sekundarstufen das entsprechende Schulfach. Basiskompetenzen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, Demokratiebildung und Berufsorientierung haben wir am Gymnasium sowie an Gemeinschaftsschulen, Realschulen und Haupt- und Werkrealschulen gestärkt. Gerade im MINT-Bereich brauchen wir dringen einen gut gebildeten Nachwuchs, der dann in die Ausbildung oder ins Studium geht. Es geht aber auch darum junge Menschen auf das Leben vorzubereiten mit Kompetenzen in der digitalisierten Welt, aber auch Wissen in Bereichen wie Finanzen, Versicherungen und anderen Alltagsthemen.
Schulische und außerschulische Angebote sind hier gleichermaßen gefordert.
Aber Bildung hört nicht mit dem Haupt-, Realschulabschluss oder dem Abitur auf. Berufliche und akademische Bildung sind uns gleich wichtig. Wir brauchen hervorragende Hochschulen und mehr junge Menschen, die nach einer Ausbildung mutig einen Betrieb übernehmen oder selbst gründen. Diesen Weg unterstützen wir mit einem kostenlosen Meister und einer weiterentwickelten Meistergründungsprämie. Und auch die Weiterbildung haben wir übergreifend ausgebaut mit neuen Angeboten zwischen Schulen, Hochschulen und Wirtschaft.
Es ist mir wichtig, dass wir gemeinsam einen Bildungsbegriffs entwickeln, bei dem auch außerschulische Angebote und Weiterbildung einen zentralen Raum einnehmen. Und nicht zuletzt: Wir müssen die Bildungspartnerschaft mit den Eltern stärken, denn sie sind die wesentlichsten Partner, wenn es um die Bildung von eigenständigen Persönlichkeiten geht.
Diese Welt verändert sich schnell und wir brauchen laufend neue Kompetenzen. Für mich ist das Ansporn, selbst immer weiter aktiv zu bleiben.